Was sind Synästhesien?
Synästhesien sind besondere Formen der Wahrnehmungsverknüpfung, bei denen Sinneseindrücke miteinander gekoppelt sind (z. B. Farben hören, Gerüche als laut empfinden oder Berührungen bei anderen körperlich mitfühlen). Sie gelten nicht als Einbildung, sondern als neurobiologische Variante der Wahrnehmungsverarbeitung.
Etwa 4 % der Gesamtbevölkerung haben eine Form von Synästhesie, in künstlerischen Kontexten deutlich mehr. Viele Synästhet:innen sind sich ihrer Wahrnehmungsbesonderheiten lange nicht bewusst, da sie diese als selbstverständlich erleben.
Synästhesien treten bei autistischen Menschen häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Studien gehen davon aus, dass etwa jede sechste autistische Person auch synästhetische Wahrnehmungen hat. Frauen zeigen häufiger sogenannte Mirror-Touch-Synästhesien als Männer.
Synästhesien kommen kulturübergreifend vor. Sie sind keine Erkrankung, können aber die Art des Erinnerns und Erlebens deutlich intensivieren.
Zur ersten Selbsteinschätzung stellt die Deutsche Synästhesie Gesellschaft einen Fragebogen zur Verfügung:
https://www.synaesthesie.org/de/downloads/DSG_Synaesthesie_Fragebogen.pdf

