Praxis für Hypnosetherapie und Hypnobirthing Angela Blumberger Diplom-Psychologin
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Abgrenzung: Autistisches Burnout und Depression


Autistisches Burnout wird häufig fälschlich als Depression eingeordnet. Obwohl sich Symptome überschneiden können, handelt es sich um unterschiedliche Phänomene mit unterschiedlicher Dynamik.

Bei einer Depression stehen meist anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und eine veränderte Selbstbewertung im Vordergrund. Das Erleben ist häufig global, unabhängig von Kontext oder Anforderungen.

Beim autistischen Burnout hingegen kommt es zu einem Zusammenbruch von Anpassungs- und Kompensationsleistungen. Fähigkeiten, die zuvor vorhanden waren – etwa Sprache, Organisation, Reizverarbeitung oder soziale Navigation – sind plötzlich nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr verfügbar. Das Erleben ist stark kontextabhängig und verschärft sich insbesondere bei Überforderung, Reizbelastung und fehlender Erholungsmöglichkeit.

Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal ist:
Beim autistischen Burnout wollen Betroffene häufig noch, können aber nicht mehr.
Bei der Depression ist das Wollen selbst oft eingeschränkt.

Nicht selten entwickeln autistische Menschen im Verlauf eines Burnouts sekundär depressive Symptome. In diesen Fällen liegen beide Zustände gleichzeitig vor. Eine reine Depressionsbehandlung greift dann häufig zu kurz, wenn das autistische Burnout als Ursache unberücksichtigt bleibt.


Minitabelle: Autistisches Burnout vs. Depression

Autistisches BurnoutDepression
Entsteht meist nach jahrelanger Überanpassung und Maskierung Kann unabhängig von Anpassungsleistungen auftreten
Zusammenbruch von zuvor verfügbaren Fähigkeiten Fähigkeiten sind oft erhalten, wirken aber blockiert
Stark kontextabhängig (Reize, Anforderungen, soziale Dichte) Meist situationsübergreifend
Betroffene wollen, können aber nicht mehr Betroffene können, wollen aber oft nicht
Zunahme von Reizüberflutung und sensorischer Überempfindlichkeit Reizverarbeitung meist nicht zentral betroffen
Exekutive Funktionen brechen teilweise oder massiv ein Exekutive Funktionen meist reduziert, aber nicht verloren
Maskierung nicht mehr aufrechterhaltbar Maskierung oft weiterhin möglich
Erholung braucht viel Zeit, Reizreduktion und Strukturveränderung Behandlung fokussiert häufig auf Aktivierung und Stimmung


Warnbox: Wann genauer hinschauen?

Achtung: Autistisches Burnout wird häufig als Depression fehlinterpretiert.

Hinweise auf ein autistisches Burnout sind insbesondere:

• plötzlicher Verlust von Sprache, Organisation oder Alltagskompetenzen
• starke Reizüberflutung, die früher besser kompensierbar war
• Erschöpfung trotz Rückzug und Ruhe
• das Gefühl: Ich will – aber ich kann nicht mehr
• Verschlechterung durch Druck, Aktivierung oder Leistungsanforderungen

Autistisches Burnout benötigt vor allem Entlastung, Reizreduktion, Anpassung von Erwartungen und Zeit.
Eine reine Depressionsbehandlung greift hier oft zu kurz.



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