Praxis für Hypnosetherapie und Hypnobirthing Angela Blumberger Diplom-Psychologin
+49(0)42133069366

Autistische Menschen in Gesundheitsberufen



Ich bin examinierte Krankenschwester und Diplom-Psychologin. Mit 51 Jahren wurde ich als Autistin diagnostiziert – nach einer eigenen Erkenntnis und einer anschließenden fachlichen Abklärung, die wenige Monate später ärztlich validiert wurde. Mit 58 Jahren kam die ADHS-Diagnose hinzu. Ich kenne daher das doppelte Erscheinungsbild von Autismus und ADHS, im englischsprachigen Raum auch als AuDHD bezeichnet, aus eigener Erfahrung.

Im Laufe meines Berufslebens habe ich wiederholt Aussagen gehört wie:
„Wie können Sie als Psychologin autistisch sein? Autistische Menschen sind doch nicht empathisch.“
Solche Aussagen sind Ausdruck von Ableismus – und sie betreffen nicht nur mich. Gerade autistische Frauen in medizinischen, therapeutischen und sozialen Berufen erleben diese Form der Abwertung häufig.

Autistische Frauen wählen überdurchschnittlich oft sogenannte „typische Frauenberufe“. Viele von uns interessieren sich seit frühester Kindheit für Menschen, Biografien, Psychologie, Medizin und soziale Zusammenhänge. Diese Interessen fallen kaum auf, weil sie gesellschaftlich als normal gelten. Unsere sogenannten „Special Interests“ bleiben dadurch oft unerkannt – ebenso wie der Autismus selbst.

Viele Frauen wenden sich gezielt an mich, weil ich selbst autistische Psychologin bin und Autismus nicht automatisch ausschließe, nur weil jemand in einem medizinischen oder sozialen Beruf arbeitet. Viele berichten von einem langen Leidensweg mit Fehldeutungen, Nicht-Ernst-genommen-Werden und wiederholten Ausschlüssen.  Logo Avi Yael Noe Blumberger 1024kb

Entgegen verbreiteter Vorurteile sind viele autistische Frauen hoch sensitiv und hyperempathisch. Sie nehmen Stimmungen, Bedürfnisse und Spannungen sehr fein wahr – oft mehr, als ihnen selbst guttut. Manche zweifeln deshalb an ihrer Berufswahl. Meine klare Haltung dazu ist: Nein. Sie sind nicht im falschen Beruf.
Was es braucht, sind Arbeits- und Lebensbedingungen, die neurodivergentes Arbeiten ermöglichen. Davon profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Kolleg:innen, Patient:innen und das gesamte System.

Aus Verbundenheit und Solidarität möchte ich insbesondere Menschen in medizinischen und therapeutischen Berufen ermutigen, eine Diagnostik in Erwägung zu ziehen, wenn sie vermuten, autistisch zu sein. Ich biete einen geschützten, respektvollen Raum, um diese Vermutung gemeinsam zu explorieren.

Derzeit biete ich die Autismus- und ADHS-Diagnostik überwiegend für Frauen an. In begründeten Ausnahmefällen ermögliche ich jedoch auch männlichen Ärzten sowie Söhnen von Ärzten eine Diagnostik.

Diese Webseite nutzt Google Analytics, weitere Informationen zum Datenschutz und Widerruf finden Sie HIER